biennale 2016

Porzellanbiennale 2016

Meißen war Schaufenster zeitgenössischer Porzellankunst

Besucher waren erstaunt über Wandlungsfähigkeit des Porzellans

„Nach der Biennale ist vor der Biennale.“ Bestens aufgelegt blickt Olaf Fieber, Vorsitzender des Vereins zur Förderung zeitgenössischer Porzellankunst e.V., auf die am Wochenende zu Ende gehende erste Internationale Porzellanbiennale auf der Albrechtsburg in Meißen. Die vielzitierte Fußballweisheit wandelt er kurzerhand ab, um die Richtung anzugeben: 2018 soll in Meißen die erste kuratierte Biennale Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt zusammenführen und die besten Porzellankunstwerke prämieren. Ab Mitte 2017 werden dazu auf Basis einer Wettbewerbsausschreibung die Bewerbungen möglich sein.

„In den letzten zwei Monaten haben wir sehr viel Zuspruch für diese Idee aus aller Welt erhalten“, sehen sich die Albrechtsburg Meisen und der Vereins zur Förderung zeitgenössischer Porzellankunst e.V. darin bestätigt, dass die Zeit für eine Porzellanbiennale an der Geburtsstadt des ersten europäischen Porzellans überfällig war. 

Knapp … Besucher sind gezielt nach Meißen gekommen, um die Werkschau internationaler Porzellankunst zu sehen. Hinzu kommen jene Gäste, die mit dem Kombiticket der Albrechtsburg Meissen ebenfalls den Zutritt zur Biennale-Exposition hatten. Schlossleiter Uwe Michel, der als Partner von Beginn an das Biennale-Projekt förderte und mit seinem Team unterstützte, zieht eine positive Bilanz: „Für uns ist das Projekt zukunftsfähig und wir werden es auch 2018 in unsere Planungen mit aufnehmen.“ Angesichts der rückläufigen Tourismuszahlen in Meißen hat die Biennale möglicherweise die Tür zu einem neuen touristischen Segment geöffnet.

Auch medial hat die erste Porzellanbiennale in Meißen durchweg für Aufmerksamkeit gesorgt. Sowohl das Ausstellungskonzept als auch die in Meißen gezeigten Werke der Porzellankunst fanden Anerkennung. In den sozialen Medien stieß das Projekt auf ein besonderes starkes Interesse. „Bei Facebook haben wir zu einzelnen Beiträgen mehr als 10.000 Personen gezählt, die sich unsere Posts angeschaut haben“, so Olaf Fieber. Nicht zuletzt sind zahlreiche Künstlerinnen und Künstler auf diesem Weg auf die Biennale aufmerksam geworden und signalisierten Interesse, sich an einer der nächsten Veranstaltungen zu beteiligen. 

Wir haben unser Ziel erreicht, auf die Modernität des Werkstoffes Porzellan in der Kunst hinzuweisen. Die wohltuende Lebendigkeit des Materials wurde vom ersten Tag der Biennale fühlbar und überzeugte nicht nur Porzellanliebhaber und –kenner. Zahlreiche Besucher, darunter nicht wenige Meißner, zeigten sich im Gespräch überrascht davon, wie wandlungsfähig Porzellan ist, und staunten über das Gesehene.

 

Für die Künstler war die Werkschau ein Schaufenster, um sich und ihre Kunst zu präsentieren. Dass sie zudem ihre Werke noch an der Geburtsstätte des europäischen Porzellans zur Schau stellen sollte, hatte für die Porzellankünstler noch einen besonderen Reiz. „Das ist für mich ein besonderer Glanzpunkt in meiner künstlerischen Vita, nun eine Ausstellung an der Wiege des europäischen Porzellans aufführen zu können“, hatte zum Beispiel Paolo Porelli aus Italien bereits zu Eröffnung erklärt. „Meißen hat sich als Porzellanstadt in den letzten Wochen von seiner künstlerisch-kreativen Seite gezeigt. Dass von hier aus Impulse für die zeitgenössische Porzellankunst ausgehen können, traut man den Organisatoren zu. Die anerkannte Fachzeitschrift »Neue Keramik« titelte sogar: „… ein neues Format für die Porzellanstadt“.

Die Stadt Meißen, die Albrechtsburg Meissen, die Sparkasse Meißen, die Kulturstiftung des Freistaats Sachsen und der Kulturraum Meißen, Sächsische Schweiz und Osterzgebirge haben sich dankenswerterweise hinter das Projekt gestellt. Die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, übernahm die Schirmherrschaft. Mit einem kleinen Budget und nicht zuletzt auch der »Selbstausbeutung« des einzelnen Künstlers und der Organisatoren wurde die erste internationale Porzellanbiennale in Meißen auf die Beine gestellt.

„Wir würden uns wünschen, wenn wir 2018 noch weitere Unterstützer finden, die mit uns gemeinsam das Image von Meißen als kreative, innovative und impulsgebende Stadt aufbauen.“ so die beiden Veranstalter der ersten internationalen Porzellanbiennale.

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